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Bernadette Wörndl: Obst – Rezension

Seit Mitte August ist es auf dem Markt und bereits in aller Munde (bzw. in allen Foodheften): Das neue Buch „OBST“ von Bernadette Wörndl mit Fotografien von Gunda Dittrich. Ein Danke an den Brandstätter Verlag, denn kaum war es im Buchhandel erhältlich, lag es auch schon auf meinem Schreibtisch. Ein ordentlicher Band! 240 Seiten mit 120 Rezepten von süß bis salzig. Das Trendthema ist Foodpairing mit heimischen Obstsorten - allesamt neu kombiniert. Das wollte ich gerne testen!

Das Inhaltsverzeichnis ist schlauerweise einfach in Obstsorten eingeteilt. Von A wie Apfel und Aprikose über K wie Kirsche, Q wie Quitte bis hin zu Z wie Zitrusfrüchte. Da war die Auswahl der Testrezepte schonmal gut einzuschränken und die „Das-möchte-ich-auch-noch-nachkochen-Liste“ ganz eindeutig abhängig von dem, was es gerade zu kaufen gab.
Es gab überall Johannisbeeren und frische Aprikosen! Ich hatte noch nie eine kalte Aprikosensuppe mit Fenchel und Aprikosenkernen (Seite 33) probiert oder einen Mohnkuchen mit Johannisbeeren (Seite 115) gebacken. Zuerst der Mohnkuchen. Ganz ohne Mehl und Butter sollte er sein…

Er ist mir gut gelungen und die Kombination von Johannisbeeren und Mohn klappte ganz wunderbar. Sehr saftig - fast schon zu feucht - was aber das Geschmackserlebnis nicht einschränkte. Da wir zur der Zeit ganz heiße Tage hier in Bayreuth hatten, kam mir die kalte Aprikosensuppe ganz recht. Mal abgesehen davon, dass sie sich sehr gut vorkochen ließ und somit das Mittagessen für den darauffolgenden Tag bereits erledigt war. Meine Suppe ist etwas orangefarbener und dickflüssiger geworden als auf dem Rezeptbild. Das machte aber nichts. Ich habe einfach noch etwas Weißwein dazugegeben. Und ich muss sagen: Ein besonderer Geschmack! Sie schmeckte gut - dennoch hat sie meiner Familie nicht so ganz gefallen. Was aber sicher daran lag, dass wir Aprikosen einfach noch nie in dieser Kombination gegessen hatten und außerdem bräuchte ich zum Aprikosenkern freilegen meinen Mann. Das war gar nicht so lässig wie beschrieben. Erst habe ich mir auf den Finger gehauen - ja mit dem Hammer - 

wobei normalerweise ICH die handwerklich begabte in diesem Haushalt bin. Nun gut. Letztendlich hatten wir die Kerne aus der echt (!) harten Hülle auch befreit, aber meine Lust auf die Suppe war danach etwas getrübt.
Die Fotografien von Gunda Dittrich gefallen mir ausgesprochen gut. Viel schwarz und grau, was die Farbe der Früchte ganz besonders zum Leuchten bringt. Foodfotografie ohne viel Schnickschnack. Puristisch und reduziert, aber nicht der „cleane" Style aus der „Nouvelle Cuisine“.
Das Kapitelfoto der Quitte - fast ein Gemälde. Wunderschön. Kochbücher sind für mich nicht nur neue Rezeptideen, sondern auch immer wieder ein fotografische Inspiration, ein Mut machen am eigenen Stil weiterzuarbeiten, Bilder die mich weiterbringen sollen. Und das tun die Fotografien von Gunda Dittrich. Toll! Dankeschön.
Bernadette Wörndl, Obst, Brandstätter Verlag, Wien, 2016, 240 Seiten,
ISBN: 978-3-7106-0016-6, 34,90€

Elisabeth v.Pölnitz-Eisfeld

Ich heiße Elisabeth v. Pölnitz-Eisfeld, lebe und arbeite in Bayreuth, bin verheiratet und habe drei Töchter. Ich habe in Bochum am „Institut für Ausbildung in bildender Kunst und Kunsttherapie“ Foto-Design studiert.

Dieser Beitrag hat 3 Kommentare

  1. Ich finde, Deine Fotos stehen jenen im Buch um nichts nach! Spannende Rezepte, die ich für nächstes Jahr ins Auge fasse, denn die Saison für Marillen und Ribisel ist eindeutig vorbei.

    1. Danke Susanne! Was für ein schönes Lob. Jetzt kommt aber die Quittensaison..und Pflaumen hat es und Äpfel…da gibt es noch Haufenweise leckere Rezepte in dem guten Buch….die mich hungrig machen. 😃
      Schönen Sonntag Dir
      Liebe Grüße
      Elisabeth

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